![]() | 14. Juni 2008 Dom Lehrling? Zwei Fragen an die Erfahrenen hier. Ich möchte meine Neigung zur Dominanz ausbauen. Hab mir eine Liste von Büchern bestellt, würde aber gerne erste praktische Erfahrungen mit Anleitung machen. So eine Lehrlingszeit, ist das eine gute Idee? Oder lieber eine erfahrene Sub/D, aber von der Sub lernen erscheint mir eher kontraproduktiv ... Freue mich auf Eure Meinugen! Gruss Pluto |
![]() | 14. Juni 2008 Warum sollte es kontraproduktiv sein, von einer Sub zu lernen? LG ragazzo |
![]() | 14. Juni 2008 zwar selber recht unerfahren... könnte mir aber so eine Lehrzeit auch gut vorstellen. Da ich selber keine Freundin habe mit der ich mich langsam an alles herantasten könnte fände ich etwas praktische erfahrung, sei es nur vom zuschauen, sehr hilfreich. Und von Subs lernen, warum nicht ? Hatte vor einiger Zeit meine erste kurze Erfahrung , da fand ich es recht hilfreich das eine erfahrene Switcherin dabei war die Tipps und Hinweise gab. |
![]() | 14. Juni 2008 beides nichts ist besser als eine Lehrzeit. Die Herren, die bei mir besonders gut in Erinnerung geblieben sind, haben sich alle von "Erfahrenen" einweisen lassen, z.T. sogar Seminare gemacht. Aus meiner Sicht sind da die Perspektiven von beiden Seiten besonders hilfreich, legen Frauen und Männer ohnehin oft Wert auf unterschiedliche Dinge. Oft erlebe ich, dass ich es für selbstverständlich halte, dass Dom sein Handwerkszeug beherrscht - im Gegenzug an kleinsten Nuancen von Äußerungen seinen ausgeprägten Respekt und sein großes Einfühlungsvermögen ausmache, was er wiederum für völlig selbstverständlich hält. Dabei kann jede Form der Achtsamkeit trainiert und geschult werden, es schadet zumindest nicht, wenn Du sub gut im Gedächtnis bleiben willst. Ich denke auch nicht, dass Dom ein Zacken aus der Krone fällt, wenn er auch von seiner sub lernt (nicht anderes ist doch kennen lernen), denn das geht auch, ohne die Zügel aus der Hand zu geben (meinem gelingt es sehr gut..fg). Viel glück |
![]() | 14. Juni 2008 Gut dass du diese Frage aufgeworfen hat, Pluto. Selbige interessiert mich ebenfalls als blutiger Anfänger. So eine Art Lehrzeit könnte ich mir selbst auch gut vorstellen zur Überwindung des "Praxisschocks". |
![]() | 14. Juni 2008 Angefangen... ...habe ich mit Lektüre. Bücher, Zeitschriften, Erfahrungsberichte, Videos. Dann stellte ich mich als Sub zur Verfügung. Ich gebe nur das weiter, was ich vorher an mir selbst empfunden habe. Mal abgesehen von der CBT. Meine erste Session als Femdom hatte ich mit einem erfahrenen Sub. Das war meiner Meinug nach, das Beste was mir passieren konnte. Während der Session hat er mir viel erklärt, Hinweise gegeben und mich auch gebremst wenn es nötig war. Nach wie vor lerne ich am liebsten von den Subs selbst. Die Gespräche hinterher sind mir sehr wichtig und ich kann dann auf Neigungen, Wünsche und Vorlieben besser eingehen. lg Nancy |
![]() | 14. Juni 2008 Zwiespältig Hallo miteinander! Hier meine Gedanken zu zwei zentralen Aspekten des Threads: a) "Lehrzeit" Ich kann den Wunsch nach Ausbildung durchaus nachvollziehen. Aber es ist wie in allen Bereichen, die im weitesten Sinne etwas mit der Führung von Menschen zu tun habe: Das technische Handwerkszeug lässt sich zwar erlernen, aber die (psychologische und physiologische) Technik macht noch lange keinen guten Dom. Bringst du als Person (MANN = Leitwolf = Eroberer = Selbstkontrollierer = (...)) nicht das notwendige charakterliche Rüstzeug mit, wirst du ohnehin scheitern. Und Persönlichkeit lässt sich nicht vermitteln. Technik kannst du wiederum in ausreichendem Maße durch Bücher und Videos lernen. Also stellt sich für mich die generelle Frage: Wozu "Kurse" und "Ausbildungen"? Noch ein ethischer Gedanke: Natürlich wird ein erfahrener "Lehrer" dir von BDSM abraten, wenn er/sie sieht, dass du dazu auf Grund deiner Persönlichkeit nicht geeignet bist. Das menschliche Ego wird aber nur die wenigsten Dom-Schüler davon abhalten, sich trotzdem vor sich selbst beweisen zu wollen. Und dann hat der "Schüler" vielleicht sogar eine Ausbildung erhalten, deren technische Aspekte ihn für Subs gefährlicher machen, als er es zuvor war... b) "Lehre durch Subs" Um dabei ihren Job gut machen zu können, müsste eine solche Sub - zumindest teilweise - dazu in der Lage sein, die geistige Haltung eines Doms einzunehmen. Dazu sind nur Switcherinnen wirklich gut befähigt, und die sind selten - vor allem, wenn sie viel Praxiserfahrungen aus beiden Bereichen D/s mitbringen sollen. Ansonsten lernt der angehende Dom durch den Weg der "Ausbildung von unten" zwar, was eine Sub sich wünscht, aber nicht, wie ein Dom mit diesen Wünschen umzugehen hat. Aber wenn man(n) sich damit zufrieden gibt, zu einem "Wünsch-Dir-Was"-Dom erzogen zu werden - warum nicht. Viele Grüße und ein schmerzhaftes Wochenende, Fahrenheit 451 |
![]() | 14. Juni 2008 Mein erster Sub war ein Switcher. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich zwar masochistisch und sadistisch veranlagt bin. Mich aber selber nicht als dominant sehe und auch keinen Gefallen an Devotion und Submission finde. lg Nancy |
![]() | 14. Juni 2008 also ich kann mir das sehr gut vorstellen ich als Lehrling würde mich sicher einem Dom anpassen und wäre bestimmt auch ein guter Lehrling da ich Switcher bin, wäre das sogar denkbar, als sub zu lernen oder als Dom-Lehrling bei einer oder einem sub - als praktizierender Lehrling! Das könnte allerdings (einigen Schreiber/innen folgend) eine Femdom sein - warum eigentlich nicht?! insgesamt wäre das doch mal eine völlig neue Perspektive - für alle Beteiligten?!!! |
![]() | 14. Juni 2008 Vielleicht so... Ich könnte mir unter einer einzigen Bedingung vorstellen, jemanden auszubilden: Er müsste sich zuvor als Novize für die eigentliche Ausbildung qualifizieren. Ziel dieser vorgeschalteten Prüfungsphase sollte die Feststellung der charakterlichen Eignung sein. Erst danach würde eine Unterweisung erfolgen. Liebe Grüße, Fahrenheit 451 |
![]() | 14. Juni 2008 ja - das klingt sehr vernünftig ungeprüft ist unvorsichtig und könnte zeitverschwendung sein. ich bin gespannt ob sich durch unsere thema solch eine konstellatione ergibt! |
![]() | 14. Juni 2008 Lehre als Dom Den größten Lerneffekt hatte ich durch ein fortgeschirttenes Dom/Sub Paar denen ich zunächst beim Spiel zusehen durfte und nach einer Anlaufzeit an dem Spiel teilnehemen durfte. "Abschluß-Prüfung" war für mich das führen der Sub für einen ganzen Abend unter Aufsich ihres eigentlichen Dom´s. Ebenfalls hat sich für mich das Zuschauen bei BDSM-Events als hilfreich erwiesen, um Techniken studieren und Grenzen ausloten zu können. Menschen lernen aber unterschiedlich und haben nicht immer die passende Möglichkeit sowas erleben zu können. Für mich ist wichtig, das beide (Dom/Sub) das gleiche "Tempo" in ihrer Entwicklung machen. Verbundene Grüße |
![]() | 14. Juni 2008 Das alles hier meint ihr doch nicht wirklich ernst. Oder? "Ausbildung", "charakterliches Rüstzeug", "Dom-Lehrling"... Dominanz, meine Lieben, hat grundsätzlich erst einmal so rein gar nichts mit Sex zu tun. Ein Persönlichkeitstraining könnte sinnvoll sein. Vielleicht sollte der Mensch aber auch erst einmal zu sich selber finden und mit sich im Reinen sein, bevor er / sie sich an andere Menschen traut und die Verantwortung für einen anderen Menschen übernimmt. Die Praktiken kann man sehr gut von einer Sub lernen. Warum denn nicht? Eine gute Sub kann viel erzählen. Warum sollte sie denn Switcherin sein? Allein durch das Zuhören kann Neu-Dom lernen. Und dann entwickelt man sich gemeinsam. Ich jedenfalls würde mir vor lachen auf die Knie schlagen, wenn mir jemand sagen würde: "Ich bin auch Dom. Das habe ich bei Meister-Dom-Pi-Pa-Po gelernt!". Lächerlich. Und dann noch eine Abschlussprüfung? Klar, man braucht ein Examen um sich dann "Staatlich geprüfter Dom" nennen zu dürfen. Ich lache mich kaputt. Irgendwie scheint mir, dass ihr das wichtigste vergessen habt: Sex soll Spaß machen!!! LG ragazzo |
![]() | 15. Juni 2008 Ciao Ragazzo Kein Widerspruch zu dem, was du sagst - bis auf die Sub als Lehrerin. Dazu später mehr. Und wie ich in meinem ersten Thread - solltest du ihn überhaupt gelesen und verstanden haben - geschrieben habe, stehe auch ich der Thematik "Ausbildung" generell nicht unbedingt mit jauchzender Freude gegenüber. Auch im Bezug auf die Persönlichkeit eines Doms, Tops oder was auch immer stimme ich dir zu. Nur: Wenn schon einige "Neulinge" die berechtigte Frage danach stellen, haben sie meiner Meinung nach auch eine differenzierte Antwort verdient. Dazu sind Foren wie dieses schließlich da. Und mal ehrlich: Glaubst du auch nur im entferntesten, dass IRGEND JEMAND sich in einer Dominanz-Session die Blöße vor einer Frau geben wird zuzugeben, dass er nicht schon als toller Dom-Hecht geboren wurde, sondern das alles bei "Meister Pi-Pa-Po" gelernt hat? Jetzt muss ICH aber mal lauthals lachen... Zum Thema Subs und Technik-Vermittlung hatte ich mich schon geäußert. Um Technik zu lernen, brauchst du keine Sub, da reichen Bücher und Videos völlig. Und bei dieser indirekten Lernmethode etablierst du wenigstens kein "Bottom up"-Rollenbild, welches sich schon nach kurzer Zeit gegen dich auswirken kann. Denn: Wenn sie dich ausbildet (und sei es auch nur auf technischer Ebene), FÜHRT SIE DICH. Damit bekommt SIE von DIR nicht, was sie erwartet (und braucht ;-)). Wie lange wird eine wirkliche Sub (devot, nicht nur masochistisch) das "Topping from the bottom" wohl mitmachen? Es sei denn, du teilst gerne deine Macht, und bist gerne Erfüllungsgehilfe für eine reine Masochistin... aber das bleibt jedem selbst überlassen. "Die Geschmäcker sind verschieden", sagte der Affe und biss in die Kernseife Gruß Fahrenheit 451 |
![]() | 15. Juni 2008 Ja Fahrenheit, ich habe gelesen was du geschrieben hast. Und ich habe es auch verstanden (ich schaue jetzt mal diskret über die Unhöflichkeit deiner Frage hinweg). TFTB entsteht, wenn ein Neu-Dom sich von einer erfahren Sub zeigen lässt, wie man bestimmte Knoten macht, einen Rohrstock benutzt oder andere mögliche und unmögliche Apparaturen benutzt? Eine durchaus gewagte These, die ich nicht unterstütze. Es scheint, als würdest du zwei Dinge vermischen, die eigentlich getrennt bleiben sollten: "Dominanz" und "Technisches Können". btw: Ich halte es für reichlich mutig, Knoten und das Hantieren mit einem Rohrstock aus Büchern zu lernen. Es gibt Dinge, die man besser in der Praxis ausprobieren sollte. Ist aber ok. Ich habe wirklich verstanden was du geschrieben hast. LG ragazzo |