Ist ein "Dom" eigentlich immer dominant ???

Also auch im Alltag? Oder kann man das als dominanter Mann auch trennen und im Alltag gleichberechtigt leben?

04. Mai 2009
Ist ein "Dom" eigentlich immer dominant ???

... also auch im Alltag ?? Oder kann man das als dominanter Mann auch trennen und im Alltag gleichberechtigt leben ?

24/7 Beziehungen schließe ich hier aus

Mal als Frage an die Doms hier... wie ist das bei Euch ?

Ist es möglich, die Dominanz, die devote Frauen so anmacht, auf das Spiel zu begrenzen und im Alltag Gleichberechtigung zuzulassen ?
Oder ist das untrennbar eine Charaktereigenschaft ?


Ich stelle mir das auch sehr anstrengend vor, immer dominant sein zu müssen.

Hintergrund: Devote Frauen sind oft im Alltag selber sehr selbstbewußt bis dominant, ich frage mich, wie das sonst zusammenpasst.



mir fallen folgende Stichworte dazu ein:


- Rollenspiel

- Schauspielerische Fähigkeiten (?)

-"naturdominant"

- "Umschalten" können


bin mal sehr gespannt.

Lg Lucy
04. Mai 2009
Nein, bin ich nicht!

Aber ich bin von Natur aus der bestimmende Part. Sei es nun Arbeits- oder Privatleben.

Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass ich den "dominanten" Part gebe und bestimmen will, sondern es ist eine Charaktereigenschaft. Wobei ich da noch zwischen alltäglicher und sexueller Dominanz unterscheiden würde.
04. Mai 2009
Ja

Dominanz im Alltag heisst für mich

Verlässlichkteit, Klarheit, Vorausdenken

das sollte man als Dom immer anstreben.
(Manchmal klappt es auch)
04. Mai 2009
@Lucy_68

Ich stelle mir das auch sehr anstrengend vor, immer dominant sein zu müssen.

Das ist ja ein süßer satz*smile*


Dominanz ist in meinem Fall ein Charakterzug...er ist ein teil von mir. Ich bin wie ich bin und daher ist Dominanz nichts was man sich an und auszieht...und somit hat man auch keine anstrengung dabei.

Ich lebe mit Silent_Sub zusammen und wir Leben einfach. Da gibt es keine bestimmten momente in denen ich besonders dom bin oder nicht. Sie ist wie Sie ist und ich wie ich bin.

Was in unserem Leben geschieht bestimmen wir beide und das ist gut so denn Frauen sehen gewisse dinge etwas anders als Männer und somit ergänzen wir uns wunderbar.

SM BDSM ist ein Teil unseres daseins, integriert in den Lebensablauf und somit allgegenwärtig und oft auch mit sehr viel Humor vereint.

Natürlich wenn Sessiontime ist dann weiß Subbie sich auch dementsprechend zu verhalten.

du siehst...da ist nichts anstrengend solange es enfach die pure natur des menschen ist.
04. Mai 2009
Meine Meinung

(die Betonung liegt auf Meinung !!!)

Dominanz ist eine Wesensart, Mentalität, evtl. auch Charaktereigenschaft, die entweder ganz, teilweise, oder überhaupt nicht vorhanden ist.

Wenn vorhanden, dann eben generell vorhanden, also auch im Alltag, wo sie nichts mit SM und/oder D/s zu tun haben muss.

Dominanz aufs Spiel zu beschränken halte ich eher für "gespielte", also unechte Dominanz.

LG Peitscher
(jeder hat ein Recht auf meine Meinung)
04. Mai 2009
Eure Partnerin ? ( Frage auch an Sub)

wow, vielen Dank für die schnellem Antworten....

Wie kommen Denn Eure Partnerinnen damit klar ?

Habt Ihr Erfahrung mit Reibungspunkten deswegen, außerhalb der Sessions ?

Ist Eure Partnerin denn auch im Alltag entsprechend untergeordnet ?

einige Subs sind ja durchaus selbstbewußt und mögen sich nicht immer unterordnen außerhalb der Sessions....

Sorry, ich will's jetzt einfach wissen... *zwinker*
04. Mai 2009
Permanente Dominanz: Kaum möglich (?)

Lucy,

du hast Recht mit deiner Einschätzung: Genau so, wie devote Frauen im Alltag oft eher selbstbewusst (wenn nicht sogar "dominant") rüberkommen, sind Doms/Tops/Whatever im Alltag oft eher zurückhaltend, praktizieren sogar aktiv die Gleichberechtigung der Geschlechter etc.

Der in Foren häufig zu lesende Satz "Oft sieht man es einem Dom im Alltag gar nicht an, dass er eine dominate Seite hat, die gelebt werden will" trifft meiner Meinung nach voll zu.

Das hat für mich persönlich nichts mit Schauspielerei zu tun - geschweige denn damit, dass angeblich nur "wirklich" dominante Männer (= solche, die den Rollenwechsel zwichen Real und Spiel nicht vollziehen können oder wollen) "echte" Doms sind.

Ich würde sogar noch weiter gehen: Jemand, der gar nicht anders kann als sich permanent über andere Menschen erheben zu wollen, wird gesellschaftlich wahrscheinlich gar nicht akzeptiert werden. Und hat vielleicht sogar sadistisch-pathologisches Potential, aber das hängt sehr vom Einzelfall ab...

Fakt ist jedenfalls, dass viele BDSMler im tiefsten Inneren Ihres Herzens eigentlich Switcher sind - egal, ob sie sich selbst als "eher devot" oder "eher dominant" charakteriieren. Sie leben durch die SM-Tätigkeit eine Facette ihrer Persönlichkeit aus, die eigentlich "(noch) nicht gesellschaftsfähig" ist, und vielleicht gerade deshalb lange Zeit auch vor sich selbst geleugnet wurde.

Bis der Drang übermächtig wurde, und sie dem Ruf ihrer inneren Stimme nach Selbstverwirklichung folgen...

Fazit: Jedes Ding hat zwei Seiten - mindestens. Warum nicht auch der Mensch selbst?

Liebe Grüße,
Fahrenheit 451
04. Mai 2009
kein ding

dann sagen wir's dir...also bei uns gibt es da schon reibereien. weil sie ist ein sturkopf, genauso wie ich es bin. das wird ausgefochten und manchmal verliert man und manchmal gewinnt die partnerin.

auf arbeit ist das noch einfacher, wenn man dort den entsprechenden leitenden posten hat *zwinker*
04. Mai 2009

Viel zu anstrengend *zwinker*

Und was würde ich verpassen, wenn ich nicht kooperativ mit den Frauen meiner Umgebung reden, Diskutieren und Lachen könnte? Wenn ich alles Voraussehen, Planen und bestimmen müsste? Wäre ein einsames und trauriges Leben. Finde ich, mein Leben, meine Meinung.

Allerdings, wenn es darum geht, dass etwas entschieden wird, dann habe ich gern das letzte Wort. Oder lege einen Plan vor, dem zugestimmt werden kann, der sich in der Diskussion noch verändern kann. Aber dann ist da wieder das mit dem letzten Wort ...

Und wenn es dunkel wird in der Stadt ... dann sind alle Katzen Leise und warten auf das Wort des Herrn ... Und wann es dunkel wird, bestimme immer noch ich *zwinker*

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sic iubeo, sic volo

Pluto
04. Mai 2009
sehr ambivalent !!

@ Fahrenheit 451 .....klasse, das wird ja richtig interessant hier.

ich dachte nach den ersten Antworten schon, ok, es scheint sich wirklich auf die Charaktereigenschaft zu begrenzen, aber Deine Antwort finde ich schon sehr interessant und einleuchtend ( wie übrigens alle Deine Erklärungsansätze im Profil zu den Themen *spitze* . )


Ich hatte mich schon gefragt, wie ich das sonst je gebacken bekomme, wenn es auf dem Gebiet nur immer-dominante-Männer gibt....

das würde ja sonst Mord und Totschlag geben *haumichwech*


Was sagen denn die Subs dazu ??? interessiert mich ja auch sehr, was da für Erfahrungen gemacht wurden ?
04. Mai 2009
Nachtrag

1. Charakter

Ich kann nicht leugnen, besonders beruflich auch tonangebend zu sein. In sofern existiert zweifellos auch bei mir ein genereller Charakterzug, der auf "Führung" bzw. "sich durchsetzen" hinausläuft.

Dennoch habe ich auch eine kooperative, respektvolle Seite, die manchmal vielleicht sogar "weich" (im positiven Sinne) rüberkommt.

2. Partnerin

Ich denke, das hält sich die Waage.

SIE schätzt es auf jeden Fall, dass ich - speziell bei ihr - es auch im Alltag gerne zeige, wer von uns beiden meiner Meinung nach "die Hosen anhat".

Sie mag es, dass ich ihr deutliche Grenzen setze, ihr auch mal "den Kopf wasche", die Richtung vorgebe etc.

Dennoch schätzt sie an mir eben dieses "Switchen", welches manchmal völlig unvorhersehbar passiert. Es bringt Abwechselung und Spannung in unsere Beziehung.

Also bleibe ich dabei: Zumindest ich - als Mann mit dominanter Ader - lasse mich nicht einfach in eine SM-Schublade einordnen. Und für viele andere wird dies auch zutreffen - wenn auch nicht für alle.

Liebe Grüße,
Fahrenheit 451
04. Mai 2009
charaktereigenschaft

auch wenn ich jetzt hier nicht für doms sprechen kann, da ich keiner bin (grins) ziehe ich aber einfach mal meine logischen schlüsse

ein dominanter mann wird es einfach von natür aus sein. es wird sich beim sex anders auswirken, aber im realen leben wird er dennoch eher der selbstbewusste, bestimmende typ sein...weil er einfach so ist!

ich bin devot, aber im arbeitsleben nicht unbedingt entscheidungsunfreudig und ich weiss schon, was ich will.

im privatleben (alltag) mag ich es eher, wenn es sich die waage hält, ein geben und ein nehmen.

ich kann mir nicht vorstellen, dass jeder dom eine leitend position hat aber ich glaub schon, im leben etwas erreicht hat. weil er einfach zielstrebig genug ist. ich glaube auch nicht, dass jeder dom im privaten alltag die befehle gibt aber doch weiss, wo es langgehen sollte.

kurz und gut, ich glaube nicht, dass sich dom vom alltag komplett trennen kann, nur die konkrete ausführung wird anders sein.......

SIN
04. Mai 2009
super

auf den punkt gebracht sin69
04. Mai 2009
wo wäre da der Sinn?

Ich beschäftige mich seit einigen Monaten mit SM und es nimmt mich mehr und mehr in Beschlag.
Aber der Gedanke, dass die Art der Dominanz, die beide berührt, konsequent, wenn auch nur unterschwellig, "ausehalten" würde,
das macht in meinen Augen keinen Sinn.

Ich gerate schon ins Schwärmen bei dem Gedanken, dass eine kleine
Geste, ein besonderer Moment, dazu führen kann, "das Spiel in Gang zu bringen", aber wo wäre der Sinn, wenn SM zur "alltäglichen Pflichtaufgabe" würde?

Dann doch lieber in konzentrierten Dosen und als sinnliches Event,
vor mir aus einmal täglich *gg
04. Mai 2009
Nein.

Warum auch. Es gibt bei mir einige Charakterzüge, die im Alltag logischerweise auch Dominanz ausstrahlen. Das aber weder vordergründig noch forciert. Beruflich ist Dominanz als Unternehmer nicht wegzudenken. Dann aber eher in Form von Verantwortung übernehmen, klarem und präzisem Denken, dem Treffen von rationalen Entscheidungen, Fairness und Menschenführung. Außerhalb dessen sind schon schwache Momente angesagt. Ich liebe diese genauso wie die dominanten Momente. Als Dom bin ich immer noch ein Mensch mit sehr vielen Gefühlen, viel Spiritualität und Sinn für die Feinheiten. Dominanz ist nur ein Teil von mir. Der Kontext bestimmt immer das Auftreten und das Triggern von Charakterzügen. Aus charakterlicher Sicht gibt es für mich keine Trennung von Alltag und Privat. Ich bin kein Schauspieler, sondern meine Konditionierung ist einfach so wie sie ist. Ich passe lediglich die Spielart dem Kontext an. Aus meiner Sicht haben generell und vordergründig dominant auftretende Menschen ein Problem mit sich selbst.

Hank

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