Woher kommt die Leidenschaft BDSM/Schmerz ect.

Mich würde mal interessieren woher bei euch die Leidenschaft zur Unterwerfung und die damit verbundene Lust am Schmerz...

21. November 2009
Woher kommt die Leidenschaft BDSM/Schmerz ect.

Hallo Leute,

mich würde mal interessieren woher bei euch die Leidenschaft zur Unterwerfung und die damit verbundene Lust am Schmerz kommt. In den Medien wird das immer so dargestellt, als hätte es mit einer schlimmen Kindheit zu tun. Die Mutti die einen verprügelt hat, ect. Ich kann mir das nicht vorstellen, dass der überwiegende Teil von seiner Kindheit so geprägt ist, das er heute diese Leidenschaft teilt.

Wie ist/ war das bei euch?
21. November 2009

Also, ich habe die Leidenschaft für Bondage & Co. das erste Mal nachweisbar mit 4 Jahren schon gehabt. Und, glaub mir, in meiner Kindheit hatte ich definitiv keine Gewalterfahrungen *zwinker*
21. November 2009

Ich hatte auch schon als Kind diese Faszination für solche Dinge, schon vor der Grundschule und ich hatte da keine schlimme Kindheit, keine Traumata oder dergleichen. Ist eine Veranlagung, nicht mehr aber auch nicht weniger.
21. November 2009
Öööhm....

wenn meine Neigung aus einem Trauma entsprungen wäre, dann würde ich zu einer Therapie gehen und nich zu meinem Herrn *lol*

Ich weiss nicht woher es rührt...ich weiss nur, dass es schon immer da war....und nichts mit Gewalterfahrungen aus meiner Vergangenheit zu tun hat *nein*
21. November 2009

was meinst du mit " nachweisbar",..? ich denke wir , oder der eine oder andere kann/ könnte das falsch interpretieren
21. November 2009

Nachweisbar mit Fotos, wie ich, als ich mich an den Baum selbst gefesselt habe, hinten steht das Datum drauf das zeigt dass ich zu dem Zeitpunkt 4 Jahre alt war. *g*
21. November 2009
Woher das kommt...

...kann meiner Meinung nach nicht festgelegt werden. Entweder man hat die "Veranlagung" dazu oder nicht.
Bei mir wars so, dass ich Schmerzen schon immer gut und befreiend fand. Aber es hat auch bei mir nicht mit einer schlimmen Kindheit zu tun.
21. November 2009

ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, woher es kommt , ganz Ehrlich: " keine Ahnung." Das einzige was ich weiß ist, dass es schon immer da war und irgendwie zu mir Gehört.
21. November 2009

In den Medien wird das immer so dargestellt, als hätte es mit einer schlimmen Kindheit zu tun.

In den Medien geht es auch selten um sachliche Information, sondern ums Ausschlachten eines Themas zur Erhöhung der Auflage.

Nicht umsonst hat schon mein Großvater gesagt: "Journalisten kommen gleich nach den Brandstiftern" - und ich zweifle manchmal, daß das stimmt...ob die Reihenfolge heute wirklich noch stimmt.

Moxy
21. November 2009
ich hab auch

keine schlimmen Gewalterfahrungen oder ähnliches durch gemacht, leider gibt es aber auch in unseren Reihen Leute,die das gerne alles nochmal durchleben und im Sm das finden....die denke ich,bräuchten andere Hilfe als Haue :-)...und somit werden oft alle über einen Kamm gescherrt....die sind ja alle krank......

Ich empfinde Bondage total entspannend.......z.B.
Ich bin Schmerzpatientin und wenn ich eine Peitsche fühle, sind das ganz andere Schmerzen als die,die ich sonst habe.....
wenn ich meine Dominate Ader hab, lieb ich einfach das Machtgefühl und geniess es zu sehen,wie mein PArtner geniesst auf seine Art und Weise.
21. November 2009

@TE
mich würde mal interessieren woher bei euch die Leidenschaft zur Unterwerfung und die damit verbundene Lust am Schmerz kommt

Hm. Leidenschaft zur Unterwerfung muss keineswegs mit Lust am Schmerz verbunden sein. Bei mir (rené) jedenfalls ist sie's nicht ... Schmerzen ertrage ich bestenfalls, Sehnsucht danach habe ich von mir aus allerdings nicht - sehr wohl aber nach Unterwerfung.

Außerdem möchte ich meinen Vorrednern zustimmen: Mit irgendwie fehlgeschlagener Erziehung oder irgendwelchen traumatischen Ereignissen in der Kindheit hat das auch bei mir nichts zu tun. Meine Eltern haben mich nie geschlagen, und haben - zumindest nach menschlichen Maßstäben - eigentlich immer alles richtig gemacht: Sie haben mich ermutigt, bestätigt, gefördert, mir einerseits Freiräume gegeben, mich andererseits aber auch gelehrt, Grenzen zu respektieren. Ich blicke mit den besten Empfinden auf meine Kindheit und Jugend zurück.

Bei der Lektüre der vorangegangenen Posts könnte man den Eindruck gewinnen, dass das Verlangen nach Unterwerfung (ob nun mit oder ohne Schmerz) stets von Kindheit an vorhanden ist. Das würde ich in meinem Fall bestreiten. Ich weiß jedenfalls, dass ich die Lust an der Unterwerfung erst im Alter zwischen 25 und 30 bei mir entdeckt habe. Nachdem sie mir bewusst geworden war, sind mir einige Dinge aus meiner Kindheit/Jugend aufgefallen, die in diesem neuen Lichte einen deutlicheren Sinn ergeben, aber es ist nicht so, dass ich sie zuvor irgendwie seltsam gefunden hätte. Ich kann mir also auch vorstellen, dass ich auch ohne die Entdeckung meiner submissiven Seite weiter durchs Leben hätte gehen können. Wie dem auch sei: Ausgelöst wurde das Bewusstwerden dieser Einstellung jedenfalls weder zur Zeit meiner Kindheit noch nachträglich durch Erlebnisse, die sich mit meinen Kindertagen in Beziehung bringen ließen.

rené
21. November 2009
hm...gute frage...

Ich habe mir diese Frage auch schon oft gestellt und würde gerne wissen, wie ich zu dieser Leidenschaft gekommen bin. Ich glaube, dass es tatsächlich Fälle gibt, in denen misshandelte Kinder später, wenn sie älter sind, diese (wenn auch negative) Aufmerksamkeit ihrer Eltern unbewusst in eine Sehnsucht übertragen. Aber diese Fälle sind ja extrem selten, und trifft auf die Meisten hier nicht zu.
Ich denke mir, dass ja diese Neigung gar nicht so selten ist...sehr viele Menschen werden ja bei leichten Schmerzen erregt (wie viele mögen es in der Leidenschaft zu beissen oder gebissen zu werden...), möchten sich aber nicht als "anders" outen und gehen nicht der Neugier nach, ob sich das schöne Gefühl auch verstärken lässt.
Aber WOHER die Verbindung zwischen Schmerz oder Unterwerfung und der damit verbundenen Erregung ist...keine Ahnung :p
Aber da wurden doch bestimmt schon Untersuchungen gemacht *zwinker*
Weiss hier Jemand, was für Ergebnisse da herausgekommen sind?
lg
21. November 2009

Es gibt eine etwas ältere Studie in Buchform, die etwas mehr über das "Phänomen" Sadomasochismus ausführt, ich fand das Buch sehr lesenswert:

Links nur für Mitglieder

Es gibt auch ein kurzes Kapitel zu den ersten Berührunspunkten mit dem Thema und einige veraltete Theorien werden auch vorgestellt, aber letztlich schreiben auch die Autoren, dass es keine Erklärung gibt woher das kommt, aber stellen dann einige SMler vor die schreiben, wie sie damals mit dem Thema in Kontakt kamen.
21. November 2009
wassermannfrau

leider gibt es aber auch in unseren Reihen Leute,die das gerne alles nochmal durchleben und im Sm das finden
glaubst du das? ich denke, dass dieses "nochmal durchleben" unter gänzlich anderen vorzeichen stattfindet. in einer echten missbrauchssituation hast du nämlich nicht die möglichkeit durch ein "stoppwort" alles zu beenden. insofern empfinde ich deinen blickwinkel hier als etwas zu einseitig.
lg
pörl
21. November 2009

Och, rein von der Logik her macht das schon einen Sinn.
Nach 9/11 haben sich ein Haufen Leute in den USA ausgerechnet Katastrophenfilme ausgeliehen, je näher an der Realität, desto besser.
Warum?
Weil diese ein Happy End haben.

Ebenso können nacherlebte Gewalterfahrungen, davon bin ich überzeugt, nicht nur neue Traumata erzeugen, sondern auch die tröstliche Erkenntnis, dass es dieses Mal anders ist - nämlich eben auch mit einem Happy End ausgeht.

Ich denke aber trotzdem nicht dass man es direkt vergleichen kann. Wirklich dieselbe Situation lässt sich eh nicht nachstellen, und selbst wenn, dann wäre das ja eher eine Sache für einen Therapeuten als für einen Partner, um das aufzuarbeiten.

Ganz ausschließen kann man aber sicher nie etwas. Dazu ist SM zu vielschichtig, und auch unsere eigene Psyche.

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