Respektverlust in einer BDSM-geprägten Beziehung?

Die Diskussion in einem anderen Forum zum Thema "Sklave/in nur zur Belustigung und Zeitvertreib" brachte mich auf…

04. Oktober 2010
Respektverlust in einer BDSM-geprägten Beziehung?

Die Diskussion in einem anderen Forum zum Thema "Sklave/in nur zur Belustigung und Zeitvertreib" brachte mich auf folgende Fragen, die ich auch in diesem Forum hier (wie in dem anderen) gerne einmal stellen möchte, in der Hoffnung auf eine spannende Diskussion:

Führt ein regelmäßiges (Aus)Leben (find grad keine bessere Beschreibung) von BDSM dazu, dass der dominante Part irgendwann den Respekt vor dem devoten Part verliert?

Was bedeutet / heißt Respekt für euch in einer BDSM-geprägten Beziehung?

Wie zeigt ihr als dominanter Part Respekt vor dem devoten Part in einer BDSM-geprägten Beziehung?

Und kann nicht auch die Gefahr be- bzw. entstehen, dass der devote Part auf Dauer den Respekt vor sich selbst verliert?

Welche "Strategien" habt ihr, dies ggf. zu verhindern?

Kann es auch passieren, dass ein/e Sub oder der devote Part den Respekt vor dem dominantem Part verliert, wenn er / sie vielleicht feststellt, dass der andere ohne "vermeintlich dominantes Gehabe" (was für mich nicht gleichbedeutend ist mit authentischer Dominanz) weder mit dem/der Sub umzugehen versteht (Stichwort: "auf gleicher Augenhöhe") noch anderen Menschen gegenüber verhalten kann.

Es ist echt schwer, diese Frage zu formulieren. Ich versuche es mal anders. Wenn mir Männer oder Frauen im alltäglichen Leben begegnen, die auf den ersten Blick möglicherweise eine phaszinierende / anziehende Dominanz ausstrahlen, auf dem zweiten, dritten und vierten Blick dies aber nichts weiter ist, als "aufgebläht sein, sich zur Schau stellen müssen", würde ich sehr schnell den Respekt verlieren.

Viele Grüße
Dark_Lilith
04. Oktober 2010

Ich kann eigentlich genau das Gegenteil berichten. Meine Freundin und ich sind jetzt seit etwas über einem Jahr zusammen und seitdem erkunden wir auch die welt des bdsm. Seitdem hatten wir so viele und offen gespräche die den respekt haben wachsen lassen. Ebenso wenn man den Partner dabei beobachen kann wie er sich öffnet und die eigenen grenzen definiert

Ich für meinen Teil kann sagen dass BDSM die Beziehung zwar auch komplizierter macht aber dafür unso lohnenswerter da man ungeahnte seiten an sich und seinem gegenüber entdecken kann.
Sowas erhält den respekt nicht nur sondern nährt ihn noch.

das war mein kurzer abriss dazu. man schreibt sich
04. Oktober 2010
die Antwort

ist mindestens so schwer wie die Frage.

Respekt generell habe ich ( wenn ) vor einem Menschen. Egal ob devot, dominant oder stino.
Respekt muss man sich ( meiner Meinung nach ) verdienen, erarbeiten und ist nicht in einer Stunde zu erlangen.

Ich selber hader grad ( ganz persönlich ) mit meinem Respekt vor Männern die behaupten dominant zu sein. Mir fehlt da zum Teil arg der Respekt vor ( einigen ) Männern die von sich sagen sie seien dominant.

Von dieser Sichtweise aus ( meiner, dominanten Männern gegenüber, aktuell) kann ich durchaus nachvollziehen das im umgekehrten Fall dominante Männer auch den Respekt vor devoten Frauen verlieren können.

Liebe Grüße
new
04. Oktober 2010

naja ich weiss ja nich was du unter dom verstehst aber ich hab um ehrlich zu sein weder die lust noch die zeit ständig mit peitsche und strafbuch durch die gegend zu laufen. Ich denke dass es ein spiel is und ich seh das ganze eher locker^^
04. Oktober 2010

Lach ... ich vermute, das war damit nun wirklich nicht gemeint. Es geht hier eher um eine Frage der Einstellung und Haltung. Dazu muss man als Synonym nicht unbedingt diverse Utensilien heranziehen, es reichen auch sogenannter "Dauerdirtytalk" ... eine permanent degradierede / entwürdigende Sprache und das unaufhörliche Überschreiten von Grenzen.

Und hier frage ich mich eben ... wenn das passiert, ist das nicht der Nährboden für Respektverlust?
04. Oktober 2010
Menschtier

eine Peitsche, ein langer Herrenrock und ein Strafbuch verlangen mir keinen Respekt ab.
Respekt hab ich vor Menschen die authentisch sind!
Womit ich dir nicht absprechen möchte das du nicht authentisch bist. Dafür kenn ich dich nicht. Aber.............*fg
Respekt hab ich trotzdem erstmal vor dir...............aus Prinzip! Weil du ein Mensch bist, weil du mir noch nicht gezeigt hast das du meine Respekt nicht verdient hast.
Schaun wir mal ob es so bleibt.........*fg
04. Oktober 2010

Dazu von mir ganz kurz und knackig: Die Gefahr des verlierenden Respekts existiert in jeder Beziehung. D/s ist davon nicht ausgenommen.

Wenn einer von beiden glaubt, "besser" zu sein als der andere, dann ist's auch schon passiert. Geht schneller als man denkt ...

Patentrezept? Gibt's nicht dagegen! Ist mir schon passiert, ist schon anderen mir gegenüber passiert (auch unter Freunden), und im BDSM-Bereich habe ich auch schon mal festgestellt, dass der Sog, sein Gegenüber zu "unterschätzen", um es mal vorsichtig auszudrücken, ebenfalls definitiv gegeben.

Meine Erfahrung ist, dass just dann, wenn man merkt dass der Respekt gegenseitig gerade eben verlorengeht, man am besten die Notbremse zieht, sich irgendwo an einen neutralen Ort verzieht (Café, Restaurant etc.) und miteinander Klartext redet.

So halte ich es bislang im Freundeskreis.
Wenn es mir im BDSM-Bereich auffallen würde (hoffentlich komme ich nie in die Situation ... ), würde ich es mit Sicherheit genauso machen. Was sich bewährt hat, never change a winning team und so ... *zwinker*
04. Oktober 2010
ich sag mal nein,

wobei ich natürlich nur für mich sprechen kann.

mal abgesehen, das ich eh den nötigen respekt vor anderen habe, habe ich einen ganz besonderen vor subs. denn die können auf grund ihrer neigung etwas, was ich nicht kann und !! dadurch können sie mir auch viel geben.

je länger und intensiver eine D/s beziehung geht, aus meiner sicht ist dies ein gemeinsammer weg, desto mehr nähert man sich grenzen. somit nimmt mein respekt zu, vor dem, was meine partnerin bereit ist, für mich zu tun.

für mich ist eine session mit jemanden, vor dem ich kein respekt habe, völlig uninteresant und deshalb kommt dies für mich auch nicht in frage.

es hängt vermutlich immer davon ab, wie jemand tickt und was er erreichen/haben möchte.
04. Oktober 2010

Ich stimme Dir zu hanjie, dass diese Gefahr dem Grunde nach in jeder Beziehungsform besteht. Allerdings glaube ich, dass BDSM-Beziehungen per se stärker als andere "Beziehungen" (seien es "Vanilla", Freundschaften oder Arbeitsbeziehungen") dafür prädistiniert sein können - einfach weil eine definierte und auch ritualisierte Hierarchie besteht und zwar insbesondere im intimsten / empfindlichsten Bereich des zwischenmenschlichen Miteinanders.

Und die Gefahr, das Dom/Dev-Verhältnis dann auch symbiotisch und auch "respekt-loser" werden kann, ist in meinen Augen größer als in anderen Beziehungsformen.
04. Oktober 2010

Allerdings glaube ich, dass BDSM-Beziehungen per se stärker als andere "Beziehungen" (seien es "Vanilla", Freundschaften oder Arbeitsbeziehungen") dafür prädistiniert sein können - einfach weil eine definierte und auch ritualisierte Hierarchie besteht und zwar insbesondere im intimsten / empfindlichsten Bereich des zwischenmenschlichen Miteinanders.

Man kann's auch andersherum sehen: Gerade weil man sich in D/s-Beziehungen bewusst ist, dass man sich in psychischen Grenzbereichen bewegt, achten beide mehr auf Spannungen und nehmen sie schneller wahr als z.B. Paare, die jahrelang miteinander verheiratet sind, alles "wie immer" machen und nicht mehr hinterfragen, wie sie denn jetzt überhaupt zueinander stehen.

Die Wahrheit liegt vermutlich in der Realität mal wieder in der Mitte *zwinker*
04. Oktober 2010

Mit meiner Partnerin hatte ich bisher noch nie das Problem mit dem Verlust des Respekts.
Andererseits, wenn einer meiner Chefs mir in der Sub"rolle" begegnen würde, würde ich bei einigen sicherlich den Respekt verlieren, liegt aber auch daran dass auch jetzt schon kein allzu großer Respekt vorhanden ist. *fiesgrins*
04. Oktober 2010

Es lässt sich Fragen was mit "Respekt" eigenlicht gemeint ist- ist es als Bewertung gemeint, zu sehen, und beurteilen, dass jemand vielleicht anders ist als was man gedacht hat. Vielleicht entdeckt der Mensch selbst, er/sie ist nicht ganz so wie gedacht. Ist das wirklkich so verwerflich? Es heisst einfach, jemand ist anders wie gedacht, und befindet sich in eine andere Position.

Und doch, ich finde es hat eine Hauch der Verachtung in sich, und irgendwie, ist das nicht gerade appetitlich.
04. Oktober 2010

Wenn ich jemanden respektiere, dann erkenne ich ihn genau so, wie er ist, an. Diese Person ist dann mindestens auf Augenhöhe für mich, wenn nicht in manchen Fällen sogar ein kleines bisschen mehr: Wenn ich sage "du hast meinen vollen Respekt verdient für das, was du getan hast", dann steckt da bereits schon ein bisschen Bewunderung mit drin. *ja*

Wenn ich jemanden nicht respektiere, dann gibt es diese Augenhöhe nicht mehr, sondern ich stelle mich bewusst über ihn, halte mich für besser als diese Person und mache damit deutlich, dass sie zu schwach ist, um mir gegenüber zu bestehen.

Das hat dann zur Folge, dass die Anwesenheit dieser Person immer mehr zur Qual wird auf Dauer, weil: Wer möchte schon mit jemandem zu tun hat, der eh schon für "zu leicht" befunden wurde? - Eben. Irgendwann geht nicht nur der Respekt, sondern auch der Rest baden.

Man wird unfair.

Genau an dieser Stelle sollte die Person, wenn ich ihr wichtig bin und wenn sie was auf sich hält, da intervenieren und sagen "halt stopp! Was du da gerade machst ist respektlos, das habe ich nicht verdient!" und den Respekt, den jeder verdient hat, auch wieder einfordern.
04. Oktober 2010

Wenn ich eine Sklavin habe brauche ich keinen Respekt...
Wozu auch ?
04. Oktober 2010

Laut lach. Genau ... auf solch eine Antwort habe ich (fast) gewartet bzw. sie zeigt mir, dass ich mit der Frage oder Vermutung nicht falsch zu liegen scheine.

Aber m. E. ist auch und gerade dann Respekt gefragt. Wenn sich ein Mensch in dieser Form in die Hände eines anderen gibt oder geben kann, zeugt das von ziemlich viel Mut (es sei denn ist eine eher krankhafte Sehnsucht nach Symbiose). Und dieser Mut verlangt Respekt. So sehe ich das.

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