Aktive Fantasien = Top - passive Fantasien = Bottom?

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ThemenerstellerJOY-Angels
 ThemenerstellerJOY-Angels
13. Dez 17

Aktive Fantasien = Top - passive Fantasien = Bottom?
In vielen Themen fällt mir auf, dass viele davon auszugehen scheinen, dass wenn man aktive Fantasien hat zum Top neigt und umgekehrt. Wenn ein Neuling anfragt, wie er besser dominieren kann, geht es schnell mal um Fantasien. Dass es nur geht, wenn man die schon immer hatte, bzw. überhaubt Fantasien hat jemanden zun Unterdrücken. Das gleiche gilt auf der passiven Seite. Gleichzeitig erzählen sehr viele, dass sie schon immer Fantasien in die Richtung in die sie Neigen gehabt hätten.

Genau dieser Aspekt ist etwas, was mich beschäftigt.
Denn ich habe es bei mir anders erfahren. Ich hatte immer passive Fantasien. Und wenn ich es mir gemacht habe, oder auch die Pornos und Bilder die mich angemacht haben, waren immer mit der Frau in der passiven Rolle. Wenn es aber um Film- oder Romansituationen ging, dann war meine Faszination immer umgekehrt geartet. Es Faszinierte mich wenn die Frau die Kontrolle hat, der führende Part war, oder einfach "stärker" war. Also eigentlich war es sobald es nicht direkt um BDSM ging so die Faszination geartet, wie ich mich nun erstmals wohl fühle.

Obwohl ich erst auf der aktiven Seite BDSM zu entdecken begann - was ich meiner Neugierde und diese Neugierde dann in die Hand zunehmen zuschob - wollte ich dann unbedingt aufgrund meiner Fantasien und den dazugehörigen "Infos" (du hast Fantasien benutzt zu werden, also bist du auf der passiven Seite) die devote Seite entdecken. Am Anfang gelang mir das auch realitv gut, aber je mehr es vom Masochismus wegkam und es um die Unterwerfung ging, desto mehr kam ich ins straucheln. Es brauchte relativ viel, bis ich mir versuchte einzugestehen, dass mir das wohl nicht liegt. Und erst als ich mich immer wohler auf der Top Seite fühlte, konnte ich es mir ganz eingestehen.

Das spannende ist, dass ich jetzt auf der Top Seite, alles was ich mir passiv vorstellte, machen kann, ausleben kann und es als Erfüllung erlebe. Also eigentlich erfüllt mich das was ich mir passiv vorstellte aktiv. Und auch jetzt noch stelle ich mir bei der Selbstbefriedigung alles aus der passiven Sicht vor. Und nur wenn es direkt um Aktivitäten mit meinem Kleinen geht stelle ich mir vor, was ich mit ihm anstellen möchte und was mich anmacht mit ihm zu tun. Also erst mit der möglichen Auslebung kann ich es mir als aktiver Part vorstellen.


Aufgrund der eigenen Erfahrungen möchte ich mit euch diskutieren:

  • Kann man wirklich sagen, dass aufgrund der Fantasien man devot oder dominant ist?
  • Wie kann es entstehen, dass es sich genau umgekehrt verhält, als dass einem die Auslebung erfüllt?
  • Was sagen Fantasien allgemein über die Neigung aus und kann es nicht auch sein, dass Fantasien sich erst mit der möglichen Auslebung so entstehen wie die Neigung geartet ist? (Dies Frage kann man auch darauf beziehen, wenn Top oder Bottom erst Fantasien hat, wenn es sich ergibt es auszuleben, ohne vorherige Selbstbefriedigungsfantasien, da doch recht viele scheinbar aus dem "Nichts" die Faszination fürs dominieren oder unterwerfen entwickeln, sobald ein passendes Gegenstück auftaucht.)


Ich freue mich auf eure Überlegungen, Ansichten und auf den Austausch mit euch zu diesem Thema.

Eure Dechaine
Danke11x
 
 
13. Dez 17

In ...
... meinen Phantasien bin ich total aktiv - ich schmiede Schmuck, nähe Kleider, koche edle Speisen - alles, um meiner Königin zu gefallen. Dabei muss ich natürlich immer den richtigen Riecher haben, denn es gibt keine Vorgaben, und wenn es nicht so ist, wie sie es wollte, dann straft sie mich. Entspricht meine Idee der ihren, dann werde ich belohnt - aber ich habe weder für ihre Strafen noch für ihre Belohnungen genug Phantasie.
 
 
13. Dez 17

Bei mir stimmen die Phantasien ...
... zwar mit der Realität überein - und doch gibt es Unterschiede: Aktiv brauche ich erst einmal die Phantasie, um es umzusetzen - und da habe ich genügend Ideen - passiv habe ich zwar Phantasien, wo ich mir bisweilen nicht sicher bin, ob sich das wirklich gut anfühlt oder nur Kopfkino ist. Dennoch habe ich mich immer als Switcher gefühlt, auch wenn ich bisher überwiegend die aktive Rolle gelebt habe und jetzt erst (seit ich im Joyclub bin) erste Schritte in das Ausleben passiver Phantasien mache.
 
 
13. Dez 17

Kreativität
Das ist ein sehr schönes Thema. Danke dafür!

Wenn ich einen Menschen für kreativ halte, muss dieser nicht unbedingt auch dominant sein. So leicht lässt sich die Verbindung sicher nicht ziehen.

Was lässt sich aber sicher sagen? Sobald jemand sexuelle Fantasien hat, die deutliche sadistische, masochistische oder machtbasierte Elemente aufweisen, ist er oder sie zumindest BDSM-geeignet.

Muss dafür die Fantasie aus dem Menschen selber kommen? Sicher nicht. Romane und erotische Geschichten (wie von dir angesprochen) oder auch schlicht Pornos und Bilder können genauso ein deutliches Zeichen in diese Richtung sein.

Wie steht es aber damit, dass anhand der Fantasie erkennbar ist, dass der- oder diejenige Top oder Bottom ist? Hier gebe ich dir Recht, dass man da deutlich vorsichtiger sein sollte. Hier spielt eine Menge mit rein. Wie voyeristisch ist der Träumer oder die Träumerin? Wie aktiv oder passiv ist das sonstige Verhalten?

Aktivität und Passivität sind aus meiner Sicht schlechte Synonyme für Devotion und Dominanz. Eine Sub, die gerne Aufgaben erfüllt und dient, ist meist sehr aktiv. Während jemand, der es genießt, dass sie oder er verwöhnt wird, sicher passiv ist. Wer dieses Verwöhnen jedoch einfordert und sich damit durchsetzt, die oder der ist sicher dominant.

Ich möchte aber nicht in die Diskussion um die Definition von Dominanz und Devotion abgleiten. Diese Diskussion habe ich in dieser Gruppe schon zu oft geführt und es sind in dieser Anfängergruppe einfach zu viele mit gefährlichem unreflektiertem Halbwissen unterwegs, um dies fruchbar tun zu können. Ich brauchte diese kurze Klarstellung jedoch, um den folgenden Gedankengang verständlich zu machen.

Als Bottom triggern mich natürlich Hilflosigkeit und das Ausgeliefertsein, es triggert mich jedoch ebenfalls, die Freude und Gier in den Augen der Top zu sehen. Umgekehrt reizt es mich, wenn ich sehe wie Bottom sich windet. Das Entsetzen, die Empörung und ja auch die Furcht vor dem, was gerade passiert oder was gerade passiert ist, sind starke Auslöser. Dort erregt aber jeweils die andere Seite und ihre Reaktionen auf mich oder auf mein Handeln. So sind einige Fantasien bei mir eigentlich nur auf einer Seite zu finden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie mir nicht auch auf der anderen sehr viel Spaß machen.

Insgesamt hat die Fantasielosigkeit aber noch ein anderes Problem. Ein unkreativer Top hat es deutlich schwerer als ein überwiegend masochistischer passiver Sub. Top muss meist zumindest initiativ sein. Auch wenn sie in der Folge sehr passiv bleiben kann. Daher ist ein Mindestmaß an Kreativität von jedem Top gefordert. Ich freue mich allerdings auch über kreative Subs. Denn nichts ist schlimmer als ein diffuses: "Ich mache was immer du von mir verlangst", zu hören zu bekommen, wenn man nach Vorlieben fragt. Besonders bei Anfängern ist dies sehr verbreitet. Klar, ein Anfänger kennt noch nicht sehr viel. Aber irgendwas hat ihn oder sie ja getriggert, sonst würde er oder sie ja nicht diesen Wunsch spüren. Das konkret benennen zu können, scheint einigen sehr schwer zu fallen. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass der regelmäßige Verweis auf das Kopfkino auch ein wenig aus dem Frust heraus entsteht, immer wieder die Begierden wie Würmer aus den Nasen ziehen zu müssen.
 
 
13. Dez 17

Sehr interessantes Thema
Wie schon früher irgendwo geschrieben, dachte ich immer, ich wäre Masochistin. Stimmt nicht *g* Ich liebe es Schmerz(lust) zuzufügen. Aber auch erhalten. Und zuschauen mag ich auch. Deshalb denke ich, dass es im Grunde eine Neigung mit 2 Möglichkeiten sie auszuleben, ist.

Bei mir hat es recht lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich auch die andere Seite in mir habe. Die Erkenntnis war dann ziemlich überraschend *idee*
 
 
13. Dez 17

Schwierige und Interessante Frage:

Wir haben unsere Fantasieen für unsere jeweiligen Seiten. Wir stellen uns also höchstens vor, wie es sich anfühlt, wenn der andere etwas täte oder nicht täte.
Also Sie stellt sich eine bestimmte Szene einfach vor.

Wenn man von beiden Seiten die Fantasieen hat, dann ist es immer noch ne Fantasie. Viele Fantasieen werden auch gar nicht ausgelebt, weil sie als Fantasie einfach gut sind und auch einem reichen und man sie nicht ausleben muss.
Das einzige was du wirklich musst, ist atmen, essen, trinken und allles was reinkommt sollte irgendwie auch wieder raus *zwinker* um es mal ganz weit runter zu brechen.

Wenn man passive Fantasieen hat, aber einem die passive Seite nicht liegt, dann kann man sich an den Fantasieen erfreuen aber bleibt aktiv halt auf der aktiven Seite und ist damit glücklich.
Das hat für uns nichts mit Top oder Bottom sein zu tun...Es ist einfach dann die Art wie man lebt und seine Geilheit auslebt.
 
 
13. Dez 17

Also meine Fantasien haben der Realität, in dessen Intensität, nicht stand gehalten.
Irgendwo, mittendrin, musste ich mir selbst eingestehen, das die Realität bei weitem das übertrifft, was man sich in der Fantasie vorstellt. Und das gilt für mich als Switcher, sowohl für den dominanten , als auch für den devoten Part. Ich kann sehr dominant sein, aber ich bein kein Dom. Ich wollt einmal sehen, wie es ist ein Sklave oder Sub zu sein, ging auch nur bis zu einem gewissen Punkt.
Aber gut an beiden Date`s war es, es einmal der Fantasie freien Lauf zu lassen um sie danach zügeln und realistischer werden lassen zu können.
 
 
13. Dez 17

Über das Thema habe ich auch schon lange nachgedacht. Aktivität und Passivität haben m.E. gar nichts mit D/s zu tun. Wenn man fest verschnürt ist, kann man zwar kaum noch aktiv sein, wenn die Lady dann aber passiv ihr FS genießt... *schleck*

Ich würde sogar Joy vorschlagen im Feld sexuelle Vorlieben die Wahlmöglichkeit Aktiv/Passiv aufzumachen, ich denke, da würde sich so mancher besser wiederfinden...

Und um das noch auf die Spitze zu treiben... Ja, ich stehe auf Analsex, aktiv oder passiv? Das müsst Ihr schon selbst herausfinden...
 
 
13. Dez 17

ha ha
Also in reinem SM-Spiel dürfte die aktive und passive Seite ziemlich klar sein. Es sei den, man rennt aktiv rückwärts mit ausgestreckten Hintern dem Stock entgegen *ggg*

Ad absurdum gedacht könnte der aktive Part auch als Bottom bezeichnet werden, wenn der passive Part oben hängt und von unten geschlagen wird... Alles ist relativ *baeh*

So weit kann man spinnen *zwinker*
 
 
13. Dez 17

micht erregt es jemanden etwas erleben zu lassen
und der nicht weiß was ihm als nächstes geschieht ..in der situation zu führen und zu bestimmen.

Wenn ich mich ihr hingebe, bestimme ich nur sekundär ....und das hat angefangen mit ihrer Frage:

Darf ich mal was bei ihnen...und daraus hat sich dann ein sehr schönes " Verwöhnprogramm " das sie mir zu teil werden läßt entwickelt und sie ist ebenso phantasievoll wie ich ihr gegenüber ...allerdings
pack ich einfach zu wenn es mir zu viel wird ....und ihr ist es noch nicht zu viel geworden..

das ist schwer zu sagen ob wer nur passiv ist oder nur aktiv um daraus die Stellung des Menschen in der Verbindung abzuleiten...
 
 
13. Dez 17

Hinsichtlich SM würde ich dem zustimmen, sich selbst zu quälen ist ziemlich, ich nenn es mal "komisch"... Hinsichtlich D/s sehe ich die Sache aber ganz anders... Und nach meiner Auffassung kann ein TOP auch D sein, ohne S zu sein... und für den bottom gilt das parallel...
 
Gruppen-ModJOY-Angels
 Gruppen-ModJOY-Angels
13. Dez 17

aaach:
Also in reinem SM-Spiel dürfte die aktive und passive Seite ziemlich klar sein.

Wenn man passive Fantasien hat, es dann aber aktiv mag, ist im Fall von SM doch nicht mehr klar, als im Fall von D/s?

curious_seeker:
Wenn ich einen Menschen für kreativ halte, muss dieser nicht unbedingt auch dominant sein. So leicht lässt sich die Verbindung sicher nicht ziehen.

Dem stimme ich zu. Ich glaube, es geht bei den Fantasien um nichts weiter als Inspiration. Man findet eine Sache toll und will sie daher mal ausprobieren. Solange man sie aber noch nicht in all ihren Facetten erlebt hat, weiss man schlicht nicht, wie die Details aussehen. Dazu gehört auch die Frage, ob man die Sache lieber auf Top- oder auf Bottomseite mag.
 
 
13. Dez 17

@Sci-Fi
Es war nur ein bisschen gesponnen als Reaktion auf den Beitrag davor. Ich entschuldige mich, es musste einfach raus *aua*

So kenne ich es auch sehr gut, keine Frage.
 
 
13. Dez 17

Das erinnert mich irgendwie an die Geschichte in der ein Mann total scharf auf Pornos mit KV war. Als er dann damit seine ersten realen Erfahrungen (ich glaub sogar durch seine Lieblingsdarstellerin) ist ihm im ersten Moment alles vergangen.
Soll heißen... Fantasien sind nicht immer das, was einem in real dann auch wirklich gefällt. Es kann ja auch sein, dass man sich nie bewusst mit der anderen Seite in seinem Kopfkino beschäftigt hat und einem somit natürlich ein Teil verloren gehen kann.
Und wie schon von anderen gesagt, hat Aktivität nix mit Top oder Bottom zu tun. Also nicht komplett.

Vielleicht, gute Erstellerin dieses Themas, hast du auch noch nicht den passenden Top gefunden, der deine Aktivität fördert, dich machen lässt aber dich trotzdem führt.
 
ThemenerstellerJOY-Angels
 ThemenerstellerJOY-Angels
14. Dez 17

Es scheint etwas zu Missverständnissen geführt zu haben, dass ich für das Devote das Wort passive Seite benutzte und für das Dominante das Wort aktive Seite. Mir gehts jedoch nicht darum, ob jemand aktiv mitgestaltet oder jemand passiv mitgestaltet, sondern darum, dass man devote oder dominante Fantasien hat, aber an dem nicht festlegen kann, ob man dominant oder devot geneigt ist.

Akephalos:
Fantasien sind nicht immer das, was einem in real dann auch wirklich gefällt. Es kann ja auch sein, dass man sich nie bewusst mit der anderen Seite in seinem Kopfkino beschäftigt hat und einem somit natürlich ein Teil verloren gehen kann.

Ich denke auch, dass die Fantasien sich unter anderem an dem richten, was man denkt, was sein darf und was nicht. Ich kann es wiedereinmal an mir erklären, was ich damit meine. Für mein Weltbild war es besser vertragbar, wenn ich mich unterdrücken und unterwerfen lasse, als wenn ich es selber aktiv bei jemandem mache. Ich lehnte es gar sehr ab, da ich sehr auf Gleichwertigkeit erpricht bin. Ich denke das ist mitunter ein Grund, warum ich mich so auf die passive Seite fixierte.

Ich denke es spielen viele verschiedene Faktoren mit hinein, ob die Fantasie dem entspricht was sie zeigt, oder eben nicht. Dementsprechend dennke ich, dass Fantasien eigentlich nur aussagen dass man BDSM Affin ist und nicht was genau einem daran kickt und vorallem welche Seite einem dann im realen auch wirklich gefällt.

Desweiteren denke ich persönlich, dass die mögliche Auslebung nochmals andere Türen in der Fantasie eröffnet, als wenn man diese Möglichkeit nicht besitzt.
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