Workshop-Atmosphäre - sachlich oder emotional?

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Themenersteller
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16. Dez 17

Workshop-Atmosphäre - sachlich oder emotional?
Hallo zusammen! Beim Lesen vieler Diskussionen fällt mir auf, dass oft auf Workshops verwiesen wird, und jetzt hat sich ja auch eine Gruppe BDSM-Workshops gegründet.
Ich finde es durchaus richtig, gerade bei riskanten Praktiken nicht ganz "unbeleckt" heranzugehen, sondern theoretisch wie praktisch über das, was man da tut, Bescheid zu wissen. - Ganz rational.
Aber was ist emotional? Es geht ja um Workshops zu Praktiken, die letztlich dem beidseitigen Lustgewinn dienen, richtig? Kommt dieses gemeinsame Erleben in der doch eher sachlichen - na, nennen wir's mal so - "Arbeits- und Weiterbildungsatmosphäre" eines Workshops nicht zu kurz?
 
 
16. Dez 17

...gute Frage. Ich denke, das hängt von den Beteiligten und den Rahmenbedingungen des Workshops ab. Sollte es doch mal nicht so ganz prickelnd gewesen sein, kann man zu Hause ja weiter üben! *grins*
 
 
16. Dez 17

Sorry, willst du was lernen oder spielen? Ich habe einige Workshops besucht und am Anfang ist Theorie und dann bekommt man Zeit zum üben oder Fragen stellen.
 
 
16. Dez 17

Landlady das erste was mir einfiel, war Atemreduktion.

Bei diesem Spiel wird es schnell auf beiden Seiten emotional und bei allem Unterricht den man bekommt, das emotionale in der Situation wird wohl immer eine Rolle spielen und auch Reaktionen verändern.

Ich würde selbst keinen Workshop besuchen derzeit. Aber ich habe auch einen Herrn, der weiß wie er mit allem möglichen umgehen muss.

Ich denke ein Workshop muss ausgewogen sein, auch Raum lassen für emotionale Momente ohne dass es überhand nimmt.

Der goldene Mittelweg ist immer das was gefunden werden muss.
 
 
16. Dez 17

Sachlich
In einem Workshop geht es mir darum eine Technik zu lernen. Risiken zu kennen und einschätzen zu können. Und das ist sachlich.

Wenn es dann noch freie Zeit gibt um schon mal zu üben und das zu zweit für sich gleich etwas zu entdecken, schön. Muss aber nicht sein. Denn das würde teilweise ja auch den Zeitrahmen sprengen kann ich mir vorstellen
 
 
16. Dez 17

Nun, ich will gern auch mal antworten... ich gebe Workshops und bin auch die Gruppenleiterin von BDSM Workshops.

Die Atmosphäre sollte entspannt und sachlich sein. Ich persönlich versuche den einen oder anderen Lacher mit einzubauen, weil es sich mit Lachen einfach besser lernt.
Ich halte anfangs einen kurzen Vortrag als Einführung und zur Gesundheit,bzw dem medizinischen Aspekt. Dann kommt meist der praktische Teil bei dem ich erst anhand eines "Übungsobjekts" demonstriere und später die Teilnehmer(innen) üben können oder eben die Paare mit einander, je nach Art des Workshops und der Teilnehmer. dabei fungiere ich als Beobachter und greife korrigierend ein oder erkläre nochmals.

@Arabidospis: Auch bei Atemkontrolle entstehen zumindest bei meinem Workshops keine großen Emotionen. Denn es sind reine Übungen dort, nichts weiter.
Natürlich wird über die Emotionen, die entstehen können und gewollt sind, bzw bei der Durchführung entstehen gesprochen. Doch beim Workshop selbst werden diese nicht ausgelöst. Dafür ist weder Zeit noch Raum innerhalb eines Workshops.
 
Gruppen-ModJOY-Angels
 Gruppen-ModJOY-Angels
16. Dez 17

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten.

In erster Linie ist die Sachlichkeit im Vordergrund. Völlig klar. Man möchte etwas lernen, und das ist dann halt Tanzschule: Den Schritt lernen und den und diesen. Ganz sachlich.

Dennoch kann es sehr emotional werden! Das hängt von verschiedenen Faktoren ab:

• Der Zusammensetzung der Gruppe
• Dem Setting
• Dem Thema

Sind die Beteiligten alle z.B. hochsensitiv, dann wird auch bei sehr Sachlichem einiges an Emotionen freigesetzt. Ich habe selbst mal einen Bondageworkshop miterlebt, in dem es wirklich nur um Technik ging und sich anschließend drei von vier Pärchen heulend in den Armen lagen. Weil selbst dieses "kleine Üben" schon so viele Emotionen freisetzte, dass es sich in (Glücks-)tränen Bahn brach.
Und umgekehrt! Sind alle sehr rational drauf, dann wird es halt auch ein Nur-Sachlicher Workshop.

Je kleiner die Gruppe, desto höher die Chance auf Emotionalität.
Es geht sachlicher zu, wenn du 15 Pärchen hast.
Sind es hingegen nur drei, hast du eine Gruppendynamik, die schnell ins Persönliche gehen kann. Versteht sich die Gruppe gut, ist die Intensität höher. Ist der Ort sehr gemütlich, lädt er zu Emotionen ein, dann umso mehr.

Wenn du Thema "Emotionales Fesseln" hast, ist reine Sachlichkeit dann wohl auch eher unerwünscht. *zwinker*
 
 
16. Dez 17

Ja sicher kommt es immer auf die Teilnehmer an.

Bei einem Workshop mit 15 FemDoms und einem "Versuchskaninchen" ist die emotionale Lage wohl eher als sehr gelöst und heiter-ironisch zu beschreiben *lach*
 
Gruppen-ModJOY-Angels
 Gruppen-ModJOY-Angels
16. Dez 17

VelvetSteel:
Bei einem Workshop mit 15 FemDoms und einem "Versuchskaninchen" ist die emotionale Lage wohl eher als sehr gelöst und heiter-ironisch zu beschreiben *lach*

Das stimmt ;).
 
 
16. Dez 17

Nun die Arbeit kommt halt oft vor dem Vergnügen
Was aber nicht heißt das Sinnvolle Arbeit keinen Spass machen darf
 
 
16. Dez 17

Auch bei Atemkontrolle entstehen zumindest bei meinem Workshops keine großen Emotionen. Denn es sind reine Übungen dort, nichts weiter.
Natürlich wird über die Emotionen, die entstehen können und gewollt sind, bzw bei der Durchführung entstehen gesprochen. Doch beim Workshop selbst werden diese nicht ausgelöst. Dafür ist weder Zeit noch Raum innerhalb eines Workshops.

Genau das kann ein Problem sein. Denn wenn es später im eigenen Spiel emotional wird, dann kann manches auch ganz anders ablaufen, sei es im Streit in der Erregung....Wir sind alle nicht immer Herren unserer Sinne und darum wäre es nichts schlecht, wenn es dabei auch Mal hitzig werden würde.
Ich kenne leider selbst einen Fall aus meinem Bekanntenkreis, wo eine professionelle Domina einen jungen Mann bei Atemreduktion in der Hitze des Gefechts getötet hat. Wir sind alle Emotional das auszublenden, ist schlicht die menschliche Natur zu missachten.
 
 
16. Dez 17

Nun, in der Hitze des Gefechts würde ich das nicht nennen, sondern einen Unfall mit Todesfolge.

Und ich erkläre dazu gern weiteres per CM, nur das hier weiter auszuführen wäre kontraproduktiv.
Denn sonst muss der Thread auf FSK 18 gestellt werden laut JC Regeln und dann können hier viele nicht mehr mitlesen.
 
Themenersteller
 Themenersteller
17. Dez 17

Herzlichen Dank bis hier
... nun hab' ich erst mal wieder Denkstoff.
Zwischendurch möchte ich denen, die's interessiert, erzählen, wie ich auf diese Frage komme.
Vor knapp zwei Jahren war ich zum ersten Mal überhaupt in einem SM-Club. Meine eigene Erfahrung mit SM war minimal und beschränkte sich auf Schlagspiele, verbundene Augen, Fesselung ans Bett und Spiele mit Wachs. Das hatte ich so Ende der 90er Jahre (also im vorigen Jahrtausend *zwinker*) mal mit einem Mann probiert, zu dessen Phantasien eben auch "so was" gehörte. Es war immer mit ganz viel Nähe und Zärtlichkeit verbunden gewesen und hatte mir daher sehr gefallen.
Danach hatte ich jahrelang ohne SM gel(i)ebt und es auch nicht wirklich vermisst. Jedoch wusste ich, dass - sollte ich mich erneut in jemanden verlieben, der auf "so was" steht - das auch für mich wieder ein Thema sein kann, als Bereicherung des gemeinsamen Sexuallebens, bei ganz viel tiefer Liebe - und dann sehr, sehr gern.
So, und nun war ich also wieder mächtig verliebt, und diesmal war es jemand, der von sich behauptete, BDSMler zu sein und viel Ahnung davon zu haben. Und da er mir gesagt hatte, dass die Wege in sein Herz nur über seine sexuellen Neigungen und eben durch diesen SM-Club führten (SM-Club? Hä? So was gibt's?), ging ich mit.
An jenem Januarabend 2016 fand dort ein Bondage-Workshop statt. Bondage, das wusste ich, hat was mit Fesseln zu tun. Fesseln ist für mich heikel, wegen Klaustrophobie. Das geht folglich nur, wenn ich mich wirklich absolut sicher und geborgen fühlen kann, weil auf den Partner Verlass ist und er auf mich eingeht. (Meine Erfahrungen aus dem vorigen Jahrtausend ...)
Aber gut. Bondage gucken, um zu sehen, dass das gar nicht schlimm ist und ich keine Angst davor haben muss - okay, nur zu.
Jetzt standen wir also in dem Raum, in dem der Workshop lief, und beobachteten das Geschehen. Ich war ziemlich erschüttert, denn die Atmosphäre wirkte auf mich sehr sachlich. Zu sachlich. Unpersönlich. Salopp formuliert: Da führte also ein Rigger an einem Bunny so verschiedenerlei vor, das Bunny verzog keine Miene, und das Publikum - ziemlich gestylte Ladies und ihre Herren - guckten etwa so wie ich bei 'ner Arbeitsbesprechung montags im Büro.
Ich dachte: Komisch. Für mich ist Fesseln - okay, Bondage - eine Liebespraktik. Genau wie Streicheln oder Küssen Liebespraktiken sind. Und Streicheln und Küssen kann jeder normale Mensch mit dem richtigen Partner instinktiv; dafür braucht es keine Lehrunterweisung.
Ich grübelte weiter. Okay - das, was ich hier sah, hatte mit den Fesselspielen, wie ich sie kannte, nichts gemein. Ich kannte es wohl, gefesselt zu werden, um regungs- und wehrlos zu sein, also als spannendes erotisches Extra, das schön ist und Spaß macht. Aber hier war von Spannung oder Erotik oder gar Spaß nichts zu spüren. Es war nichts weiter als betont sachlich und eben unpersönlich.
Ich verglich im stillen diese Situation mit einem Kurs in Erster Hilfe. Aber auch dieser Gedanke brachte mich nicht weiter, denn bei Erste-Hilfe-Kursen wird ja gelehrt, sich um den Patienten zu kümmern, mit dem Patienten zu interagieren - was hier definitiv zu kurz kam.
Andererseits hatte diese Form des Fesselns hier irgendwie was von Kunst, ähnlich vielleicht wie Bodypainting. Das wäre eine Erklärung für die arbeitsintensive Atmosphäre und die Notwendigkeit von Workshops dafür.
Ich schaute meinen Begleiter an und hatte den Eindruck, dass ihn das, was wir da beobachteten, gar nicht wirklich interessierte und er lediglich damit beschäftigt war, wissend zu wirken. Wir verließen den Raum, gingen was trinken, und ich begann, ihn zu fragen. - Was er sich jedoch verbat, denn er verstand sich als Dom, und ich hatte als Sub gefälligst keine Fragen zu stellen. - Mir dämmerte ein Verdacht: Möglicherweise fürchtete er Fragen von mir, weil er sie nicht beantworten konnte.
Jedenfalls fand ich diesen Workshop eher bedrückend, weiß aber inzwischen aus div. Foren, dass Workshops eben gern empfohlen werden. Insofern ist mein Eindruck möglicherweise völlig falsch.
Deshalb habe ich diesen Thread eröffnet und freue mich auf weitere Antworten.
 
 
17. Dez 17

Weisst du, es ist bei Workshops genau wie bei allem anderen im Leben - es gibt gute und schlechte.
Es gilt, die zu finden, die man selbst als gut empfindet... *zwinker*
 
Gruppen-ModJOY-Angels
 Gruppen-ModJOY-Angels
17. Dez 17

Also ich habe bisher nur positive Erfahrungen mit Workshops gemacht. Sehr lehrreich mit viel Spass und auch Nähe. Also im Grunde eine emotionale Sachlichkeit :).
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